Die Geschichte der Untergrombacher Schulen

Die Untergrombacher Schulgeschichte läßt sich am besten anhand der Schulhäuser abhandeln.
Die ersten urkundlichen Erwähnungen Untergrombachs geben keine Auskunft, ob es anfangs schon eine Schule oder ähnliches gegeben hat. Man kann vermuten, dass im 14. und 15. Jahrhundert wohl durch die Pfarrer gelegentlich Unterricht erteilt wurde.
Das erste Schulhaus, dessen Standort unbekannt ist, wurde den Jahren 1547?-1623 zugeschrieben. Es ist wohl im Dreißigjährigen Krieg verbrannt. Auch der Standort des 2. Schulhauses in den Jahren 1657-1723 ist nicht feststellbar.

Der 3. Standort eines Schulhauses zwischen 1724 und 1750 ist uns bekannt. Es ist das Haus Ecke Obergrombacher/Untere Kelterstraße.
Im 1. Stockwerk war die Schulstube, und im 2. Stockwerk befand sich die Lehrerwohnung. Hinter dem Haus war eine Scheune.
Diese war notwendig, weil die bescheidene Besoldung des Lehrers durch die Nutznießung der Schulgüter aufgebessert werden mußte.

Um die Mitte des 18. Jahrhunderts genügte dieses Schulhaus den Ansprüchen auch nicht mehr. Gestört hat vor allem der Lärm, der im Herbst bei Tag und Nacht von der gegenüberliegenden Kelter herüberdrang.
Und so sah man sich nach einem neuen Schullhaus um. Die Gemeinde übernahm ein Haus in der heutigen Schulstraße. Dieses Haus war von 1750-1790 das 4. Schulhaus der Gemeinde.

 

 

 

 

 

Seit dem Jahre 1728 waren die Eltern und die Gemeinde mit großer Schärfe angehalten, die Kinder zwischen 6 und 12 Jahren und beiderlei Geschlechts
regelmäßig in die Schule zu schicken. Diese Verordnung und die stetig ansteigende Kinderzahl waren der Grund dafür, dass auch dieses Schulhaus den Ansprüchen nicht mehr genügte. Und so entschlossen sich 1789 Schultheiß, Bürgermeister,
Gericht und Bürgerausschuss, endlich ein geräumiges Rat- und Schulhaus zu bauen. Dieses Haus in der Obergrombacher Straße (ehemals Textilhaus Zöller)
hatte dann als 5. Schulhaus fast 100 Jahre Bestand (1791-1875).

 

Das stete Anwachsen der Bevölkerung erforderte eine größere Schule. Und so baute man ein 6. Schulhaus, das von 1875-1908 Bestand hatte.
Dieses Haus an der Obergrombacher Straaße diente später als Lehrerwohnhaus und beherbergt heute die Verwaltungsstelle, die Polizeidienststelle und den Förster.
Es besaß nun vier geräumige Schulsäle. In dem ehemaligen 5. Schulgebäude wurden Lehrerwohnungen eingerichtet.
In der Zwischenzeit hatte die Zigarrenindustrie Einzug in Untergrombach genommen und dies beeinflußte auch den Schulunterricht.
Viele Mädchen, meist aus der vierten Klasse, arbeiteten in der Zigarrenfabrik und schwänzten regelmäßig die Industrieschule.

 

 

Zwischenzeitlich war das 20. Jahrhundert ins Land gezogen.
Die Bevölkerungszahl und somit die Schülerzahl nahm ständig zu. Die Zeit verlangte auch nach einem veränderten Schulunterricht, und so blieb es nicht aus,
dass wieder einmal nach einem Schulhaussanbau oder sogar Neubau gerufen wurde.

 

 

 

 

Am 15.10.1908 erfolgte der feierliche Umzug und die Einweihung der neuen Schule, die heute Michaelsbergschule genannt wird. Im Jahre 2008 feierte man das 100 jährige Bestehen dieser Schule.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aber auch diese Schule konnte den Forderungen der "neuen Zeit" nicht mehr gerecht werden. August 1968 wurde die Baugenehmigung für das 8. Schulhaus in Untergrombach erteilt. Einen Tag später wurde der 1. Spatenstich vom Bürgermeister getätigt, am 20. Dezember war Richtfest, und am 19. September 1969 wurde mit einer eindrucksvollen Feier die Schule eingeweiht.

 

 

 

Die veränderten Bedingungen der  Bildungslandschaft sorgten dafür, dass ein weiterer Neubau einer Grund-und Realschule in Untergrombach entstand, womit die alte "Michaelsbergschule" und das Gebäude der Hauptschule der Vergangenheit angehören.

 

Quelle: Heimatverein Untergrombach